2014 Frühjahrskonzert Kritiken

Konzert – »Das Mondklavier« mit Kinderchor

Spatzenlied für alle

Reutlinger General-Anzeiger vom 27.05.2014

METZINGEN. Familienkonzerte verfügen über die zauberhafte Eigenschaft, die Laune zu heben und eine gemeinsame Expedition in musikalische Landschaften zu unternehmen. In der Metzinger Stadthalle konnte man an solch einem Erlebnis teilnehmen. Gleich zweimal wurde am Sonntag »Das Mondklavier« zu Gehör gebracht, ein Orchestermärchen von Andreas N. Tarkmann (Musik) und Eberhard Streul (Text).

Doch bevor es mit Tarkmanns Musik losging, wurden die Kinderlieder vorgestellt, die in seinem Stück immer wieder anklingen. Der Kooperationschor aus Sieben-Keltern-Schule, Musikschule und Evangelischer Kirchengemeinde, Kinder aus der musikalischen Früherziehung der Musikschule Metzingen sowie die Uhli-Kids sangen munter drauf los. Aus aller Welt stammten die Lieder, dazu gab es visuelle Untermalung: Beim afrikanischen Lied »Obwisana« wurden Steine geklopft, beim türkischen Volkslied »Üsküdara« Bauchtanz getanzt und Sterne, Bäume und ein Mond erschienen bei »Der Mond ist aufgegangen«.

Dann ging es auch schon mit dem »Mondklavier« los. Das Metzinger Kammerorchester unter der Leitung von Oliver Bensch wurde unterstützt von Bläsern, Harfe, Schlagwerk und – selbstredend – einem Klavier. In der Ouvertüre konnte man sodann die in originellem sinfonischem Orchesterklang verpackten Kinderlieder ausfindig machen. Benn Kobler erzählte unterhaltsam und mit Märchenonkelstimme von dem Jungen Rewan aus dem Irak, der seinen ersten Tag in einem deutschen Kindergarten verbringt und dabei so allerlei bewältigen muss: eine ihm fremde Sprache und einen Konflikt mit dem vorlauten Max.

Gemeinsame Sprache
Das alte Klavier hatte sich schon mit dem weitgereisten Mond über die vielen Nationalitäten und Sprachschwierigkeiten unterhalten, und nun half es mit einem Lied aus. Das Spatzenlied ermöglichte den Kindern endlich eine gemeinsame Sprache und dem Metzinger Publikum ein interaktives Mitsingen. Und so tönte es aus allen Ecken des Saales: »quak, quak, piep, piep«.

Tarkmann gestaltet seine Musik zu diesem Text sehr bildhaft und pfiffig. Glockenspiel und sanfte Streicherzüge begleiten den Mond, der sein gleißendes Licht ausbreitet. Quirlig, wuselig und ungestüm wirbeln die Kinder mit viel Krach und fröhlichen Streicherklängen herein. Das Blech lässt als Dinosaurier einen Urschrei los, das Schlagwerk klackert mit den Bauklötzchen und das Fagott ist das empfindsame Feuerwehrauto. Gewitzt und heiter spielten die Musiker über den Umstand der sehr aufgeheizten Halle hinweg, sodass der anwesende Komponist sicher seine Freude hatte. (vara)

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